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Schamanismus

Schamanische Praktiken in der westlichen Psychotherapie

In den letzten Jahren erleben wir ein zunehmend aufblühendes Interesse am Schamanismus. Weiter lässt sich auch beobachten, dass schamanische Praktiken immer häufiger in der psychotherapeutischen Praxis Anwendung finden. Was ist es, oder welche Sehnsucht ist es, die uns heute, nach so langer Zeit dieses alte Wissen wieder suchen und entdecken lässt? Schamanismus ist nach heutigen Erkenntnissen die älteste heilkundliche, psychologische und transpersonale Disziplin. Sie verbindet in ihrem Weltbild den Menschen mit seiner Rolle in der Familie und Gesellschaft, der Natur und dem geistig-göttlichen. Jeder dieser Bereiche kann aus dem Gleichgewicht geraten und so Konflikte und Leiden erzeugen. Schamanisch betrachtet ist der Mensch aus seiner Verbundenheit zu allem Lebenden in dieser oder der Anderswelt gefallen. Durch das Schamanen soll diese Verbindung wieder hergestellt, die Disharmonie wieder ausgeglichen und blockierte Energien wieder zum fließen gebracht werden. Hierzu werden verschiedene Energiearbeiten eingesetzt. Bei alten Kulturen in der ganzen Welt gab es grob unterteilt 3 wesentliche Bewusstseinszustände. Das Wachbewusstsein, den Schlaf und die Trance. Trancezustände wurden herbeigeführt, um in derAnderswelt mit den Geistern, Göttern und Dämonen zu kommunizieren, um so Heilung zu bewirken. In der psychotherapeutischen Praxis kennen wir das Arbeiten mit Trancezuständen in Form der Hypnose. Vor ca. 100 Jahren war die Hypnose eine Methode, wo der Therapeut den Klienten mit großer Autorität leitete und ihm direkte Suggestionen eingab. Mit M. Erickson u.a. hat sich diese Vorgehensweise sehr verändert. Die Machtposition des Therapeuten, als der, welcher am besten weiß, was für den Klienten gut ist, wich der Erkenntnis und wiederkehrenden Erfahrung, dass es der Klient ist, der die Antworten auf seine Probleme kennt und tief in sich ein Quelle großen kreativen Potenzials besitzt. Der Therapeut hat nun die Aufgabe dieses Potenzial freizulegen, um so an die tiefen, unbewussten Inhalte heranzukommen. Unser Unbewusstes kommuniziert nicht über die Sprache, es ist eine Welt der Bilder. Wir alle sind voller Bilder, die unsere Wahrnehmung und Deutung dessen, was geschieht und so auch unsere Handlungen mit beeinflussen. Wir machen uns ein Bild… ein Bild von etwas, von jemandem, über Zusammenhänge. Und es gibt in uns die ganz alten Bilder, erlernte also konditionierte Bilder, Menschenbilder, Weltbilder und Gottesbilder. Alles spiegelt sich in uns, in unserer Tiefe in den Bildern und wir reflektieren diese auf die Welt. Wenn wir unsere tiefste Wahrheit - das was wir für wahr halten - jedoch in Bildern in uns tragen, dann ist eine therapeutische Arbeit, die auch auf Bildern basiert eine sehr gute Möglichkeit den Klienten mit diesem Wissen in Kontakt zu bringen, es sichtbar und integrierbar zu machen, wie auch neue Bilder zu erschaffen und zu kreieren – weiter gefasste Bilder und auch Einsichten in ganz neue Bilderwelten zu ermöglichen. Es ist als wäre hier der Zugang zum kollektiven Weltwissen verborgen, als könnten wir dort alles, die Stein- und Pflanzenwelten, die Tierwelten, die Götterwelten und noch viele andere direkt in uns wieder erinnern.  Auch das, was wir in Märchen und Mythen wiederfinden, die Archetypen unseres Menschseins, in ihren verschiedenen Götter- und Dämonengestalten sind Erzählungen aus dieser tiefen Dimension. Hier können wir überleiten zu den schamanischen Praktiken, denn der Seelenflug, die schamanische Reise geschieht in Trance. Über diesen Trancezustand gelangen wir in Bereiche unseres Seins, Unbewusstseins, die nicht nur für die therapeutische Arbeit reich an Wandlungsbildern ist. In dieser Anderswelt finden wir Verbündete, die wir modern gesprochen als Ressourcen und Fähigkeiten bezeichnen können. Hier können wir unseren Gegnern gegenüber treten, die als bestimmte unangenehme, wiederkehrende Gefühle, oder Blockaden bisher in unserem Leben wirksam waren. So wird es möglich, dort in unserer Tiefe Siege zu erringen, die uns im Alltagsbewusstsein nicht möglich gewesen wären. Wir finden mit der schamanischen Reise nicht nur Ressourcen und Fähigkeiten, wir können auch Konflikte lösen, Hindernisse überwinden, Bilder voller Schmerz und Trauer heilen. Wir  können Visionen erhalten über unseren zukünftigen Weg, unsere Lebensbestimmung. Wir bekommen also kraftvolle Bilder, die unser Selbstvertrauen stärken, uns zu neuer Klarheit verhelfen, die wie ein Ruf, , eine Aufforderung  von der Anderswelt zu uns kommen und durch uns in die Welt gebracht werden wollen. Auch in der Begleitung traumatisierter Klienten/ innen, ist die schamanische Reise eine sehr hilfreiche und heilsame Arbeitsmöglichkeit. Schon in alter Zeit wussten die Schamanen, dass sich bei einem Unfall, Todesnähe oder Erlebnissen massiver Gewalt u.a. ein Seelenanteil löst und sich in der Anderswelt verbirgt, sich dort in Sicherheit bringt. Um hier heilsam zu wirken holte der Schamane diesen Seelenanteil wieder zurück und hauchte diesen dem Menschen wieder ein. In der westlichen Psychotherapie kennen wir diese Arbeit und wissen um die Wichtigkeit, den Klienten/ in dabei zu unterstützen, abgespaltene Anteile wieder zu integrieren. Nichts anderes letztlich, als verlorene Seelenanteile wieder nach Hause zu holen. Die schamanischen Praktiken helfen uns also, wieder eine spürbare Verbindung zu Seins-Bereichen in uns selbst, zu allem Lebenden, wie auch zum geistig-göttlichen zu bekommen.
Praxis für spirituelle Psychologie & Psychotherapie ~ Petra Heinrich